Magnesium-Ammonium-Phosphat-Fällung (MAP-Fällung) auf dem Klärwerk Uelzen

Arbeitsgebiet: Innovative Verfahren

Kurzbeschreibung

Auf der Kläranlage Uelzen ist eine nach dem AirPrex©-System konzipierte MAP-Fällung in der Verbindung zwischen Faulung und Schlammlager errichtet worden. Durch dieses Verfahren wird nach Zugabe von Magnesiumsalz in den Faulschlamm und pH-Wert-Anhebung eine phosphor- und stickstoffhaltige Verbindung in Form von Struvit (Magnesiumammoniumphosphat) produziert, ein als Feststoff anfallender gut pflanzenverfügbarer, ressourcenschonender Dünger.

Gleichzeitig wird hierdurch die Rückbelastung der Kläranlage aus der Klärschlammentwässerung reduziert. Um Spitzen der Stickstoffrückbelastung gezielt reduzieren zu können, wurde eine Dosierung von Phosphorsäure vorgesehen.

Die MAP-Anlage besteht im Wesentlichen aus dem Fällungsreaktor, einem Magnesiumchlorid- sowie einem Phosphorsäurebehälter samt Dosierung und einem Luftgebläse. Der Bereich unter dem Fällungsreaktor wurde als Maschinenhalle konzipiert, so dass die gesamte für die Fällung benötigte Verfahrens- und Elektrotechnik auf kurzem Wege angebunden werden konnte.

Technisches Konzept

Wirkungsweise

  • Ausstrippung von CO2 und Erhöhung des pH-Wertes durch Lufteinblasung in den Faulschlamm
  • Gezielte Bildung von Magnesium Ammonium-Phosphat-Kristallen (MAP)
  • Schutz der Ablaufleitungen vor Kristallisation von MAP

Zielsetzungen

  • Verringerung der Kläranlagenrückbelastung
  • Verbesserung der Schlammentwässerung
  • Optionale Rückgewinnung von Nährstoffen (Stickstoff und Phosphat)

Projektdaten

Kapazität: 2,5-10 m³/h
Faulschlammmenge: rd. 6 m³/h
Reaktorgröße: 60 m³
Magnesium-Chlorid-Tank: 25 m³
Reaktionszeit: rd. 10 Std.

Leistungsumfang

  • Objektplanung Ingenieurbauwerke (Lph. 1-9 komplett, örtl. Bauüberwachung)
  • Fachplanung verfahrens- und maschinentechnische Ausrüstung sowie EMSR-Technik (Lph. 1-9 komplett)
  • Tragwerksplanung (Lph. 1 – 6)
  • Inbetriebnahme