Neubau Prozesswasserbehandlung mittels Deammonifikation und Optimierung der Vorklärung

Arbeitsgebiet: Innovative Verfahren der Abwasserbehandlung

Bearbeitete Anlagenteile

  • Neubau einer Prozesswasserbehandlung nach dem Verfahren der 1-stufigen Deammonifikation
  • Umrüstung der Zentratspeicher mit Wärmedämmung und Abdeckung
  • Umrüstung der Vorklärung auf Vorfällung

Projektbeschreibung

Ziel des Projektes ist, durch Kombination von zwei etablierten Verfahren der Abwassertechnik – einer Optimierung der Vorklärung durch Vorfällung und der gleichzeitigen Behandlung des Prozesswassers (Deammonifikation)- die Kläranlage Seevetal energieeffizient und zukunftsorientiert aufzustellen.

Für die zukunftsorientierte Ausrichtung der Kläranlage Seevetal soll der Energieverbrauch der Abwasserreinigung gesenkt werden. Um das zu erreichen, wird eine Vorfällung und Abscheidung der organischen Stoffe in der Vorfällung angestrebt.

Durch die erweiterte Vorfällung erhöhen sich der Primärschlammanfall in der Vorklärung und die Gasproduktion der Schlammfaulung. Durch die Verstromung des zusätzlich gewonnenen Biogases wird die Energieproduktion gesteigert. Gleichzeitig wird durch die weitergehende Entnahme von organischen Stoffen in der Vorklärung die biologische Reinigung entlastet.

Für die Nährstoffelimination der Biologie ist eine übermäßige Entnahme von organischen Stoffen in der Vorklärung jedoch hinderlich, da das C/N-Verhältnis für den biologischen Abbau verschlechtert wird und somit mehr Beckenvolumen für die Denitrifikation benötigt wird. In Kombination mit der Prozesswasserbehandlung wird dieser negative Effekt kompensiert, indem die Prozesswasserbehandlung den Stickstoffgehalt im stark belasteten Zentrat verringert und so die Reinigung des Abwassers mit den vorhandenen Belebungsbecken sicherstellt. Bei der Deammonifikation wird nur rd. 50-60 % des Sauerstoffbedarfs der herkömmlichen biologischen Reinigung benötigt, was eine weitere Senkung des Energiebedarfs bedeutet.

Durch die verstärkte Abscheidung und die erhöhte Kohlenstoffentnahme wird der Wirkungsgrad der Vorklärung insgesamt erhöht. Die für die Vorfällung erforderliche Metallsalzdosierung ist so einzustellen, dass durch das sich einstellende C/N-Verhältnis im Zulauf zur Biologie eine Reinigung und Nährstoffelimination mit den vorhandenen Belebungsbecken sicher erreicht werden kann. Der für die Reinigung nicht benötigte Kohlenstoff wird durch die Metallsalzdosierung in der Vorklärung entfernt. Die entstehenden Fällprodukte werden mit dem Vorklärschlamm abgeschieden, was sowohl eine Entlastung der nachfolgenden biologischen Stufe als auch eine Erhöhung der organischen Stoffe im Primärschlamm bedeutet. Die abgeschiedenen organischen Stoffe werden zusammen mit dem Überschussschlamm in der Schlammfaulung behandelt und anschließend entwässert.

Die Kombination dieser beiden Verfahren bewirkt insgesamt einen Anstieg der Gasproduktion bei gleichzeitig sinkendem Strombedarf für die biologische Reinigung.

Projektdaten

  • Ausbaugröße KA: 165.000 EW
  • Biologische Reinigung nach dem Prinzip der vorgeschalteten Denitrifikation
  • Abwassermenge ca. 6.400.000 m³/a
  • Schmutzfracht: CSB ca. 12.300 kg/d
  • Neubau der Prozesswasserbehandlung 2 x 400 m³ Reaktionsvolumen

Leistungsumfang

  • Objektplanung Ingenieurbauwerke (Lph. 2 – 8, örtl. Bauüberwachung)
  • Fachplanung verfahrens- und maschinentechnische Ausrüstung sowie EMSR-Technik (Lph. 2 – 8)
  • Tragwerksplanung (Lph. 3 – 6)
  • derzeit in Ausführung (Lph. 8)